Rock auf dem Berg Pobershau

von Schmitzi

Am Freitag hatten wir unser Erstes Mal…
Also unseren ersten Auftritt im Erzgebirge, wo es außer Bergen und Wandertouristen auf den ersten Blick nicht so viel zu entdecken gibt...Aber falsch gedacht.
In einem kleinen Örtchen bei Chemnitz namens Pobershau wird jedes Jahr beim „Rock auf dem Berg“ so richtig auf die Kacke gehauen und zwar mit Metal und Hardcore von der übelsten Sorte.
Jetzt fragt ihr euch natürlich was wir da zu suchen haben – Wir uns ehrlich gesagt auch.

>>> Aufbruchstimmung <<<

Es ist Freitag der 22. Juli 2016. Toni, Fabi und ich sitzen gemütlich in Crailsheim auf der Terrasse und genießen in der Sonne ein paar kühle Bierchen und ne leckere Shisha. Vale, Thomas und Marco quälen sich währenddessen schon seit knapp 3 Stunden durch alle möglichen Staus auf der Autobahn Richtung Crailsheim. Mit knapp 1,5 Stunden Verspätung werden wir dann endlich aufgesammelt und können (fast) vollständig endlich durchstarten. Im spärlich beladenen Miet-Sprinter war zum Glück noch Platz für ein paar Bierchen und für ein paar Flaschen, nach altem Familienrezept gebrauten, Mexikaner.
Scheinbar hatten wir uns einen der verkehrsreichsten Tage überhaupt ausgesucht, da wir noch 2-3 Mal im Stau standen und dadurch beinahe nicht in unserem Luxus-Hotel einchecken. Wir haben uns da mal richtig was gegönnt. Etwas außerhalb gelegen vom schönen Pobershau, Zimmer mit Balkon und für die Frühaufsteher sogar noch ein Hallenbad – Für die besten nur das Beste :D

>>> Kontaktaufnahme zu den Einheimischen <<<

So gegen 22:00 Uhr haben wir uns dann so langsam mal auf den Weg Richtung Festival gemacht. Dazu natürlich Google-Maps angeschmissen und sich stur bis auf den kleinsten Wanderweg navigieren lassen. Als wir dann mitten im Wald auf einem sehr engen Kiesweg standen und die App meinte, dass wir unser Ziel erreicht hätten, dachten wir uns schon, dass da was nicht stimmen kann.
Zum Glück kam uns um die Zeit noch ein Mountainbiker entgegen, der wahrscheinlich etwas eingeschüchtert war, weil allein und mitten im Wald vom Fernlicht eines riesigen Sprinters geblendet wurde.
Wir haben den guten Mann dann mal gefragt, wie wir denn zu dem Festival hier kommen. Er schien aber zu erst ein bisschen Planlos und antwortete: „Was'n für'n Festschvöl?“. Irgendwie konnten wir die Sprachbarriere überwinden und uns von diesem Einheimischen zumindest den Weg bis ins richtige Dorf erklären lassen. Leider mussten wir dazu den ganzen Weg wieder zurück fahren und erst mal irgendwie wenden. Als wir das alles endlich hinter uns hatten, war es auch nicht mehr so schwierig das Festival zu finden.

>>> Haben die uns versehentlich gebucht? <<<

Endlich angekommen schlug uns dröhnender Lärm entgegen. Klingt irgendwie gar nicht so wie das was wir so machen. Naja, sie haben uns ja mal gebucht, obwohl Horny Lulu jetzt nicht so oft in einem Zug mit Bands wie „Bloodstained Coffin“ oder so genannt wird.
Wir haben uns also erst mal auf die Suche nach unserem netten Betreuer Ronny gemacht, der uns dann auch versichern konnte, dass sie jedes Jahr was in der Richtung dabei haben.
Die Band war angemeldet – kühles Freiberger Pils gezapft – und noch ca. 1,5 Stunden bis zu unserem Auftritt. Was tun, wenn das wirklich nicht deine Musik ist auf dem Festival?
Wir haben uns für ne Mütze Schlaf und ein Steak-Brötchen vom Essensstand entschieden.
So viel Schlaf wie gedacht gabs für uns dann doch nicht, da die Band vor uns nur 45 Minuten spielen konnte, weil der neue Sänger noch nicht mehr Songs konnte. Es wurde beinahe ein bisschen hektisch mit Ausladen und umziehen. Hat dann aber doch alles recht reibungslos geklappt.

>>> Metalheads und Ska-Punk – passt das? <<<

Als wir auf der Bühne standen und so in die Menge geschaut haben, wussten wir nicht so genau ob wir die Meute, die zu vor noch ordentlich zu „First Blood“ abgegangen, von unserer (etwas sanfteren) Musik überzeugen können.
Am Anfang waren sie etwas zurückhaltend, aber spätestens als ein abgerissener Kerl zu ein paar Songs von uns seine Breakdance Moves auf der Bühne ausgepackt hat, war auch uns klar, dass die nicht nur für so „Geschrei-Musik“ :D offen sind.

Was uns trotz all den Auftritten, die wir schon auf dem Buckel haben, zum ersten Mal passiert ist:
Wir haben auf der Bühne ganz vergessen Bier zu trinken und haben eine Flasche Wasser nach der anderen runter gekippt - es war einfach so heiß auf der Bühne, dass keiner so richtig Bock auf Bier hatte.

>>> Erfolgreicher Abend – Ab ins Bett <<<

Als wir kurz vor 2:00 Uhr und nach 2 Zugaben endlich fertig mit unserem Set und der Welt waren, kam so langsam die Müdigkeit wieder auf, die knapp 10 Stunden Fahrt hinterlassen. Also packten wir unser Zeug zusammen und versorgten unsere Körper wieder mit Mineralstoffen (Bier).
Zu guter Letzt gabs noch eine Runde Mexikaner für uns und die Festival-Crew, die eher weniger von unserem Hausrezept überzeugt schienen.
Aber vielleicht gibt’s ja ein nächstes Mal in Pobershau und dann versuchen wir die Jungs nochmal zu überzeugen.

Gegen halb 3 haben wir's dann endlich ins Hotel und in die bequemen Betten geschafft. Nach 5 Minuten hab ich geschlafen wie ein Stein. Zum Glück hatten wir unser Hotel – Zum Zeltaufbauen war ich definitiv zu fertig.

>>> Heimreise <<<

Nach dem Frühstück sind wir auch schon recht früh aufgebrochen. Die Heimfahrt war dann zum Glück ziemlich unspektakulär und mit wenig Staus und wenig Stress nach knapp 7 Stunden beendet.

Zum Abschluss geht ein dickes Dankeschön an die Veranstalter und den guten Ronny raus, die sich echt gut um uns gekümmert haben und uns überhaupt die Chance gegeben haben zu spielen.
Und auch ein großes Dankeschön an die Pobershauer-Metalliebhaber, die mit uns echt geil gefeiert haben.

War ein fetter Abend

Bis nächsten Sonntag bei der RockXsposion beim Warmbronner Open-Air.

Euer Schmitzi und der Rest der Bande

Fotos: Frank Helmert

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